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Online-Therapie bei Burnout: Hilfe bei Erschöpfung und Dauerstress

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Burnout ist keine eigene Diagnose. Was das für Krankschreibung, Kasse und Job heißt – und wo Online-Hilfe bei Erschöpfung passt.

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Du funktionierst weiter – und trotzdem fühlt sich seit Monaten alles zäh an: Der Schlaf erholt nicht mehr, das Wochenende reicht nicht, und was dir früher leichtfiel, kostet heute Überwindung. Wer dann nach Hilfe sucht, stößt sofort auf eine Merkwürdigkeit: Burnout ist im deutschen Diagnosesystem keine eigenständige Krankheit.

Was das für Krankschreibung, Kostenübernahme und die Frage bedeutet, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt, ordnet dieser Artikel ein. Die Angebote selbst findest du im Vergleich der Online-Therapie-Anbieter.

Burnout ist keine eigenständige Diagnose – und was das konkret für dich bedeutet

Z73.0: Warum Burnout im ICD-10 als Zusatzkodierung geführt wird

Im ICD-10, dem Schlüssel, mit dem in Deutschland dokumentiert und abgerechnet wird, steht Burn-out nicht im Kapitel der psychischen Störungen, sondern als Z73.0 („Ausgebranntsein“) dort, wo Faktoren beschrieben werden, die den Gesundheitszustand beeinflussen. Z-Kodierungen sind Zusatzangaben zur Lebenssituation, keine Krankheitsdiagnosen. Auch die ICD-11 führt Burn-out als Phänomen im beruflichen Kontext, nicht als Erkrankung.

Daraus folgen drei praktische Dinge: Die Abgrenzung zur Depression entscheidet über den Behandlungsweg. Eine Arbeitsunfähigkeit wird in der Regel nicht auf Z73.0 allein gestützt, sondern auf eine begleitende Diagnose. Und bezahlt wird keine „Burnout-Therapie“, sondern die Behandlung einer Erkrankung – oder, getrennt davon, Prävention.

Die drei Dimensionen: Erschöpfung, innere Distanz, nachlassende Leistungsfähigkeit

Beschrieben wird Burn-out über drei Dimensionen: tiefe Erschöpfung, wachsende mentale Distanz zur Arbeit bis hin zu Zynismus und verringerte Leistungsfähigkeit – ausdrücklich bezogen auf den Beruf. Wer durch Pflege von Angehörigen ausgelaugt ist, erlebt oft dasselbe Muster; fachlich läuft die Einordnung dann über andere Begriffe, etwa eine Anpassungsstörung.

Symptome: Wie sich Burnout und chronische Erschöpfung zeigen

Die folgenden Signale sind eine Orientierung, kein Test: Es gibt keine Punktzahl, ab der „Burnout“ feststeht. Sie helfen dir, das Erlebte in einem Gespräch zu schildern.

Körperliche Signale

Typisch ist ein Schlaf, der nicht mehr erholt: Einschlafen dauert, du wachst nachts auf, morgens startest du schon erschöpft. Dazu kommen oft Verspannungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, innere Unruhe und Infektanfälligkeit – Beschwerden, die auch rein körperliche Ursachen haben können.

Emotionale und gedankliche Signale

Reizbarkeit, die dir selbst unangenehm ist. Eine innere Leere, in der weder Freude noch Ärger ankommen. Zynismus, den du früher nicht an dir kanntest, dazu Konzentrationsprobleme. Stehen Anspannung und nächtliches Sorgenkreisen im Vordergrund, lohnt der Blick auf Online-Therapie bei Angststörungen.

Was sich im Verhalten verändert

Oft schrumpft zuerst das Private: Verabredungen abgesagt, Hobbys eingeschlafen, weil die Energie nur für den Job reicht. Gleichzeitig steigen die Arbeitszeiten, während der Ertrag sinkt – dazu oft mehr Alkohol und mehr Koffein.

Phasenmodelle – was sie leisten und was nicht

Die kursierenden Stufenmodelle sind beschreibend, nicht diagnostisch: Niemand durchläuft die Stufen der Reihe nach, und aus einer Stufe lässt sich kein Behandlungsbedarf ableiten.

Burnout oder Depression? Die Abgrenzung, auf die es ankommt

Wo die Unterschiede typischerweise liegen

Burnout ist typischerweise an eine andauernde Belastung gekoppelt, meist die Arbeit. Eine depressive Episode dagegen ist eine eigenständige Erkrankung, die alle Lebensbereiche durchdringt und andere Behandlungswege eröffnet. Die Tabelle zeigt Tendenzen, keine Zuordnungsregel.

MerkmalEher typisch für BurnoutEher typisch für eine Depression
Bezug zur Belastungeng an eine bestimmte Situation gekoppelt, meist die Arbeitbesteht unabhängig vom Auslöser
Zeitlicher Verlaufschleichend über Monate, langes Weiterfunktionierenabgrenzbare Episode, kann wiederkehren
Abstand von der Belastungoft spürbare Erleichterung, die bei Rückkehr kipptAbstand allein verändert wenig
Selbstwertgefühlan Leistung gebunden: „Ich schaffe es nicht mehr“grundlegend infrage gestellt: „Ich bin nichts wert“
Freude außerhalb der Arbeitanfangs oft erhalten, schwindet mit der Zeitdurchgängiger Verlust von Freude und Interesse
Schuld- und Wertlosigkeitsgefühleeher Ärger, Zynismus, Überforderungausgeprägte Schuldgefühle gehören zum Bild
Suizidgedankennicht kennzeichnend; wenn, dann ein Warnsignalkönnen auftreten, erfordern immer sofortige Hilfe
Körperliche BeschwerdenSchlafstörungen, Verspannungen, Magen-Darmzusätzlich oft Appetit-, Gewichts- und Antriebsveränderungen
Einordnung im ICD-10Z73.0, Zusatzkodierung ohne Krankheitswerteigenständige Diagnose im Kapitel der psychischen Störungen
Üblicher nächster SchrittBelastung verändern, Entlastung organisieren, abklärenärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung

Warum die Übergänge fließend sind

Zur Selbsteinordnung taugt sie trotzdem nicht: Erschöpfung kann das führende Symptom einer Depression sein, umgekehrt kann Überlastung eine Depression begünstigen, und beides kann gleichzeitig bestehen. Wenn du dich in beiden Spalten wiederfindest, ist das der Normalfall. Mehr dazu unter Online-Therapie bei Depressionen.

Warum diese Frage nicht am Küchentisch entschieden wird

Die Unterscheidung bestimmt den weiteren Weg: bei einer Depression Behandlung, bei belastungsbedingter Erschöpfung vor allem Entlastung. Kommen Hoffnungslosigkeit, ausgeprägte Schuldgefühle oder Suizidgedanken dazu, gehört das sofort in ärztliche Hände.

Wenn die Erschöpfung körperliche Ursachen hat

Was in der Hausarztpraxis abgeklärt wird

„Chronisch erschöpft“ ist zunächst ein Symptom, kein psychischer Befund. Anhaltende Müdigkeit kann an der Schilddrüsenfunktion liegen, an Eisenmangel, einer unerkannten Schlafapnoe, an Diabetes oder an Nebenwirkungen von Medikamenten. Am Anfang steht deshalb sinnvollerweise ein hausärztlicher Termin, nicht der Kauf eines Onlineprogramms.

Post-COVID und ME/CFS sind etwas anderes

Begann die Erschöpfung nach einer Infektion und verschlechtert sie sich nach Belastung, kommen Post-COVID-Zustände oder ME/CFS in Betracht – eigenständige Krankheitsbilder mit eigenem Vorgehen, bei denen Ansätze wie schrittweise Aktivierung nicht ungeprüft übertragen werden dürfen. Die Einordnung gehört an ärztliches Fachpersonal.

Wann Online-Hilfe passt – und wann sie nicht ausreicht

Situationen, in denen ein niedrigschwelliger Einstieg sinnvoll sein kann

Ein Onlineangebot kann ein sinnvoller erster Schritt sein, wenn die Belastung spürbar, aber noch steuerbar ist: Du gehst arbeiten, der Alltag funktioniert im Kern, du schläfst schlecht und fühlst dich leer, bist aber nicht handlungsunfähig. Es geht dann um Entlastung – auch als Überbrückung bis zu einem Behandlungsplatz.

Rote Flaggen: Hier gehört die Abklärung in ärztliche oder psychotherapeutische Hände

  • gedrückte Stimmung, die über Wochen anhält und sich an freien Tagen nicht löst
  • Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen
  • Kontrollverlust über Alkohol, Schlaf- oder Beruhigungsmittel
  • ausgeprägte körperliche Beschwerden oder starke Schlafstörungen
  • du bist bereits krankgeschrieben oder schaffst den Arbeitsalltag nicht mehr
  • eine akute Krise

Hier gilt uneingeschränkt: Eine niedrigschwellige Beratung ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Könnte eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinterstecken, führt der Weg zu qualifiziertem Fachpersonal – online etwa über Instahelp oder Beavivo, offline über die Hausarztpraxis.

Welche Formen von Online-Hilfe es bei Burnout gibt

Der Markt ist unübersichtlich, weil Verschiedenes unter ähnlichen Namen läuft. Die Trennlinie: Psychotherapie ist Behandlung einer Erkrankung durch approbierte Fachpersonen, Beratung und Coaching sind keine Heilbehandlung, Präventionskurse setzen vor dem Krankheitswert an.

AngebotsformWer begleitetWofür es gedacht istKostenKassenbezug
Richtlinienpsychotherapie per Videosprechstundeapprobierte Psychotherapeut:innen mit KassensitzBehandlung einer diagnostizierten Erkrankungkeine Zuzahlungreguläre Sachleistung
Privatpraxis über Kostenerstattungapprobierte Psychotherapeut:innen ohne KassensitzBehandlung, wenn kein Kassenplatz erreichbar istVorleistung, Erstattung nach Antragmöglich nach § 13 Abs. 3 SGB V, Einzelfall
Psychologische Online-Beratung / Counselingpsychologisch oder beraterisch qualifizierte FachkräfteAnliegen wie Stress, Erschöpfung, OrientierungSelbstzahler, meist Aboin der Regel keiner
Strukturiertes SelbstlernprogrammProgramm mit optionaler Begleitungeigenständiges Arbeiten an Mustern und AlltagsstrukturAbo oder Einmalzahlungin der Regel keiner
Präventionskurs nach § 20 SGB Vgeprüfte KursanbieterStressbewältigung ohne vorliegende ErkrankungVorkasse, dann BezuschussungBezuschussung kassenindividuell
Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)App, ärztlich oder psychotherapeutisch verordnetbegleitende Behandlung bei bestimmten Indikationenbei Verordnung ohne eigene KostenLeistung bei passender Indikation
Betriebliche Beratungsangeboteexterne Beratungsstellen im Auftrag des Betriebskurzfristige Entlastung bei beruflichen und privaten Themenfür Beschäftigte meist kostenfreiArbeitgeberleistung

Zu den DiGA nennen wir bewusst keine Produktnamen: Zulassung und Indikation ändern sich laufend, verbindlich ist allein das DiGA-Verzeichnis des BfArM. Ein strukturiertes Selbstlernprogramm ist etwa Online-Therapy.com, das auf der kognitiven Verhaltenstherapie aufbaut, aber vollständig auf Englisch läuft. Präventionskurse zielen auf einen einzelnen Belastungstreiber – etwa der Kurs von detoxi im ausführlichen Check gegen digitalen Stress, der ohne Krankheitswert ansetzt und keine Behandlung ersetzt.

Anbieter für Erschöpfung und Dauerstress im Überblick

Die Übersicht ist keine Rangliste; welches Angebot passt, hängt davon ab, was du brauchst. Transparent gemacht haben wir, nach welchen Kriterien wir Anbieter einordnen. Alle Angaben stammen von den Anbietern selbst.

AnbieterWas es istSpracheKosten laut AnbieterPasst, wenn …
InstahelpPsychologische Beratung, über 400 Psycholog:innen, Video, Telefon, Livechat, ohne WartezeitDeutschAngaben auf der Anbieterseitedu fachliche Begleitung auf Deutsch suchst
Beavivoapprobierte Therapeut:innen, kostenloses Infogespräch, kurzfristiger StartDeutschAngaben auf der Anbieterseitedu erst unverbindlich sprechen willst
BetterHelpOnline-Beratung, über 30.000 qualifizierte Berater:innen, davon rund 900 deutschsprachig, Matching in der Regel innerhalb von 48 Stunden, keine Kassenerstattungdeutschsprachige Berater:innen verfügbar45–90 € pro Wochedu regelmäßige Gespräche zu Stress und Erschöpfung suchst
Online-Therapy.comKVT-Selbstlernprogramm mit Live-Sitzung, Arbeitsblättern und JournalEnglisch20 % Rabatt im ersten Monat (laut Anbieter)du selbstständig arbeitest und Englisch dir leichtfällt
detoxiPräventionskurs nach § 20 SGB V gegen digitalen Stress, ohne KrankheitswertDeutsch99,99 €, je nach Kasse 80–100 % erstattbarDauererreichbarkeit dein Haupttreiber ist
PaarBalancedeutsches Selbstlernprogramm für Paare, kostenloser BeziehungstestDeutschStandard 59 €/Monatdie Erschöpfung vor allem eure Beziehung auslaugt

Deutschsprachige Online-Psychotherapie ohne lange Wartezeit

Instahelp arbeitet laut Anbieter mit über 400 Psycholog:innen, per Video, Telefon und Livechat, ohne Wartezeit. Passt, wenn du auf Deutsch mit qualifiziertem Fachpersonal sprechen willst; nicht, wenn du eine Kassenabrechnung erwartest. Mehr: Instahelp im Testbericht.

Beavivo vermittelt laut Anbieter approbierte Therapeut:innen, mit kostenlosem Infogespräch und kurzfristigem Start. Passt, wenn du dich erst orientieren möchtest; nicht bei einer akuten Krise. Einzelheiten: Beavivo im Testbericht.

Psychologische Online-Beratung bei anhaltender Belastung

BetterHelp ist ein Beratungsangebot, keine Richtlinienpsychotherapie; Stress und Erschöpfung gehören zu den Anliegen, die dort ausdrücklich abgedeckt sind. Laut Anbieter stehen über 30.000 qualifizierte Berater:innen bereit, davon rund 900 deutschsprachige, das Matching erfolgt in der Regel innerhalb von 48 Stunden, die Kosten liegen bei 45 bis 90 € pro Woche, eine Kassenerstattung gibt es nicht. Passt, wenn du regelmäßig mit einer Berater:in über Belastung sprechen willst; nicht, wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung im Raum steht – Beratung ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Details: BetterHelp im Testbericht.

Strukturiertes KVT-Selbstlernprogramm (auf Englisch)

Online-Therapy.com verbindet ein Selbstlernprogramm auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie mit Arbeitsblättern, Journal und einer Live-Sitzung; im ersten Monat sind laut Anbieter 20 % Rabatt enthalten, ohne Gutscheincode. Programm und Begleitung laufen ausschließlich auf Englisch – das entscheidende Kriterium. Mehr: Online-Therapy.com im Testbericht.

Präventionskurs, wenn Dauererreichbarkeit der Treiber ist

Besteht ein großer Teil deiner Belastung aus ständiger Erreichbarkeit und fehlender Abgrenzung zum Feierabend, kann ein Präventionskurs passen. detoxi ist ein ZPP-zertifizierter Kurs nach § 20 SGB V gegen digitalen Stress, kostet 99,99 € und ist laut Anbieter je nach Kasse zu 80 bis 100 % erstattbar. Prävention setzt ohne Krankheitswert an und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung; sie passt nicht, wenn deine Belastung aus Arbeitsmenge entsteht.

Wenn die Erschöpfung die Partnerschaft belastet

Dauerstress schlägt oft zuerst in der Beziehung durch: weniger Geduld, weniger Nähe, dieselben Streitmuster in Schleife. PaarBalance ist ein deutsches Selbstlernprogramm für Paare mit kostenlosem Beziehungstest, das Standardpaket kostet 59 € im Monat. Geht es im Kern um deine eigene Erschöpfung, passt eher eine begleitete Online-Paartherapie. Details: PaarBalance im Test.

Was Online-Beratung bei Burnout leisten kann – und was nicht

Realistische Erwartungen

Ein begleitetes Gespräch oder ein strukturiertes Programm kann helfen, Belastungen zu sortieren und auseinanderzuhalten, was änderbar ist und was nicht. Es kann Muster sichtbar machen – ständige Erreichbarkeit, Pausen, die nie stattfinden –, dabei unterstützen, Erholung bewusst zu planen, und ein Gespräch mit Vorgesetzten vorbereiten.

Klare Grenzen

  • keine Diagnose – die stellt ärztliches oder psychotherapeutisches Fachpersonal
  • keine Krankschreibung und keine Bescheinigungen für den Arbeitgeber
  • keine Verordnung oder Anpassung von Medikamenten
  • keine Versorgung in akuten Krisen, keine Erreichbarkeit rund um die Uhr
  • keine Abklärung körperlicher Ursachen

Ein seriöses Angebot weist selbst auf diese Grenzen hin – tut ein Anbieter das nicht, ist das ein Warnzeichen.

Kosten und Erstattung: Kasse, Kostenerstattung und Präventionskurse

Videosprechstunde bei Kassen-Therapeut:innen

Bezahlt wird nicht „Burnout“, sondern die Behandlung einer festgestellten Erkrankung. Liegt eine Diagnose vor, ist Psychotherapie bei approbierten Psychotherapeut:innen mit Kassensitz reguläre Sachleistung, ein Teil der Sitzungen kann per Video stattfinden. Der Zugang läuft über die psychotherapeutische Sprechstunde; Termine vermittelt die 116 117.

Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V

Findest du trotz nachweisbarer Bemühungen keinen Platz in zumutbarer Zeit, kommt das Kostenerstattungsverfahren infrage: Behandlung in einer Privatpraxis, Erstattung nach vorheriger Genehmigung. Das ist kein Automatismus, sondern eine Einzelfallentscheidung und verlangt Dokumentation. Den Ablauf erklärt unser Ratgeber Kostenerstattung durch die Krankenkasse Schritt für Schritt.

Präventionskurse nach § 20 SGB V

Prävention ist ein eigener Weg – ohne Diagnose, ohne Rezept. Krankenkassen bezuschussen geprüfte Kurse üblicherweise nach Kursabschluss und meist begrenzt auf ein bis zwei Kurse pro Jahr; Höhe und Bedingungen legt jede Kasse selbst fest. Für digitalen Stress steht detoxi mit 99,99 € und laut Anbieter 80 bis 100 % Erstattung je nach Kasse.

Selbstzahler-Angebote

Beratungsplattformen und Selbstlernprogramme zahlst du selbst. Achte darauf, was im Preis enthalten ist, ob der Vertrag als Abo läuft und ob es eine Mindestlaufzeit gibt. Preistransparenz vor dem Zahlungsschritt ist ein gutes Qualitätsmerkmal.

Krankschreibung bei Burnout: Warum auf dem Attest etwas anderes steht

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt ausschließlich ärztliches Fachpersonal aus. Onlineberatungs- und Programmanbieter sind dafür nicht zuständig und dürfen es auch nicht sein.

Weil Z73.0 eine Zusatzkodierung ohne eigenen Krankheitswert ist, trägt sie eine Arbeitsunfähigkeit in der Regel nicht allein. Deshalb wird üblicherweise eine begleitende Diagnose dokumentiert, die den Befund abbildet – je nach Situation etwa eine depressive Episode, eine Anpassungsstörung oder ein Erschöpfungssyndrom. Falls dich das beunruhigt: Die Ausfertigung, die dein Arbeitgeber erhält, enthält keine Diagnose, sondern nur Beginn und Dauer.

Wie lange eine Krankschreibung dauert, hängt vom Befund ab und wird im Verlauf neu beurteilt.

Burnout und Arbeitgeber: BEM, Gefährdungsbeurteilung und betriebliche Angebote

Was der Betrieb ohnehin leisten muss

Arbeitgeber sind nach § 5 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, die Gefährdungen bei der Arbeit zu beurteilen – ausdrücklich einschließlich psychischer Belastung. Daraus folgt kein Anspruch auf eine bestimmte Maßnahme, aber es ist der Rahmen, in dem Arbeitsmenge oder Erreichbarkeit verhandelbar sind, ohne dass du über deine Gesundheit sprechen musst.

Betriebliches Eingliederungsmanagement nach längerer Arbeitsunfähigkeit

Warst du innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, muss dir der Betrieb ein betriebliches Eingliederungsmanagement nach § 167 Abs. 2 SGB IX anbieten. Ziel ist zu klären, wie der Arbeitsplatz erhalten werden kann; die Teilnahme ist freiwillig.

Interne Anlaufstellen

Betriebsärztlicher Dienst, Betriebs- oder Personalrat und Schwerbehindertenvertretung kennen den Betrieb; für Betriebsärzt:innen gilt die ärztliche Schweigepflicht. Für arbeits- oder sozialrechtliche Fragen wende dich an eine Rechtsberatung, Gewerkschaft oder einen Sozialverband.

Was du selbst tun kannst – und wo Selbsthilfe an Grenzen stößt

Ansatzpunkte im Alltag

Manches kannst du unabhängig von jedem Angebot angehen. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann helfen, den Schlaf zu stabilisieren; echte Pausen ohne Bildschirm unterscheiden sich deutlich davon, in der Mittagspause zu scrollen. Bewegung und soziale Kontakte gehören aktiv eingeplant, weil sie zuerst wegfallen. Sehr konkret: Schreib eine Woche lang auf, welche Situationen dich am meisten kosten – die beste Vorbereitung für ein Gespräch mit Vorgesetzten oder den ersten Termin.

Warum „mehr Urlaub“ selten reicht

Ist die Belastungsquelle strukturell – zu viel Arbeit für zu wenige Leute, dauerhafte Konflikte –, verpufft Erholung, sobald du zurückkommst. Das ist kein persönliches Versagen, sondern Logik: Erholung gleicht aus, sie verändert die Bedingungen nicht. Bleiben die Beschwerden trotz Entlastung, steht eine fachliche Abklärung an. Welche Angebote infrage kommen, zeigt unser Vergleich der Online-Therapie-Anbieter.

Häufige Fragen zu Online-Therapie bei Burnout

Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?

Nicht als eigenständige Diagnose: Im ICD-10 steht Burn-out als Z73.0 dort, wo Faktoren zum Gesundheitszustand beschrieben werden, und auch die ICD-11 führt es als Phänomen im beruflichen Kontext. Real sind die Beschwerden trotzdem.

Burnout oder Depression – wie erkenne ich den Unterschied?

Verlässlich erkennst du ihn nicht selbst. Burnout ist typischerweise an eine andauernde Belastung gekoppelt, eine depressive Episode besteht unabhängig davon. Die Übergänge sind fließend, beides kann gleichzeitig vorliegen – die Einordnung ist eine fachliche Aufgabe.

Kann ich mich wegen Burnout krankschreiben lassen?

Darüber entscheidet ausschließlich ärztliches Fachpersonal. Da Z73.0 kein eigener Krankheitswert zukommt, wird eine Arbeitsunfähigkeit in der Regel über eine begleitende Diagnose dokumentiert. Onlineanbieter stellen keine Krankschreibungen aus.

Zahlt die Krankenkasse eine Online-Therapie bei Burnout?

Bezahlt wird die Behandlung einer festgestellten Erkrankung, nicht das Etikett „Burnout“. Liegt eine Diagnose vor, ist Psychotherapie bei Psychotherapeut:innen mit Kassensitz reguläre Leistung und anteilig per Video möglich; ohne Platz in zumutbarer Zeit kommt § 13 Abs. 3 SGB V infrage. Beratung zahlst du selbst.

Übernimmt die Krankenkasse einen Präventionskurs gegen Stress?

Kassen bezuschussen Kurse, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention geprüft sind – ohne Diagnose und ohne Rezept, üblicherweise nach Kursabschluss und oft begrenzt auf ein bis zwei Kurse pro Jahr. Höhe und Bedingungen legt jede Kasse selbst fest; frag vor der Buchung nach.

Wie schnell bekomme ich online Unterstützung bei Erschöpfung?

Das hängt vom Angebotstyp ab: Beratungsplattformen und Selbstlernprogramme sind meist kurzfristig nutzbar, bei Psychotherapie richtet sich der Zugang nach freien Kapazitäten. Geht es dir akut schlecht, führt der schnellste Weg über die Hausarztpraxis.

Erfährt mein Arbeitgeber, dass ich mir Hilfe hole?

Nicht durch die Krankschreibung: Die Ausfertigung für den Arbeitgeber enthält keine Diagnose. Für ärztliches und psychotherapeutisches Fachpersonal gilt die Schweigepflicht, auch für Betriebsärzt:innen. Bei Unsicherheit helfen Betriebsrat, Gewerkschaft oder eine Rechtsberatung weiter.

Bringt ein Burnout-Selbsttest aus dem Internet etwas?

Als Diagnoseinstrument nicht – und solche Tests bergen ein Risiko: Eine behandlungsbedürftige Depression kann übersehen werden, wenn das Ergebnis „nur Burnout“ lautet. Nützlich ist eine Symptomliste allenfalls, um das eigene Erleben zu beschreiben.

Was kann ich tun, wenn ich die Belastung im Job nicht ändern kann?

Zunächst den Spielraum prüfen, den es doch gibt: Aufgabenverteilung, Erreichbarkeitsregeln, Pausen, Arbeitszeitmodell. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung nach § 5 ArbSchG ist Arbeitgeberpflicht. Bewegt sich nichts und bleiben die Beschwerden, gehört das fachlich abgeklärt.

Wann sollte ich sofort ärztliche Hilfe holen?

Wenn du Gedanken daran hast, nicht mehr leben zu wollen, dich hoffnungslos fühlst oder den Alltag nicht mehr bewältigst. Auch Kontrollverlust über Alkohol oder Medikamente ist ein Grund, nicht zu warten. Dann ist keine Onlineplattform der richtige Weg – die Nummern folgen direkt.

Wichtiger Hinweis: Die hier vorgestellten Angebote sind kein Notfalldienst und ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn du dich in einer akuten Krise befindest oder Suizidgedanken hast, hol dir bitte sofort Unterstützung: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr), ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, im Notfall 112.