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Online-Psychotherapeut finden: Wer behandeln darf und worauf du achtest

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Online-Psychotherapeut finden: welche Berufsbezeichnungen geschützt sind, was per Videosprechstunde zulässig ist, wo du suchst und woran du unseriöse Angebote erkennst.

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Verfasst von Jan-Henrik Behrens, Betreiber von Online-Therapie-Vergleich.de · Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Zur Bewertungsmethodik

„Online-Therapeut“ ist keine Berufsbezeichnung, sondern ein Suchbegriff – und darin liegt das Problem. Wer ihn eingibt, bekommt in einer Ergebnisliste approbierte Psychotherapeut:innen mit Kassensitz, Heilpraktiker:innen, Psychologinnen ohne Behandlungserlaubnis, Berater:innen ohne geregelten Ausbildungsweg und Coaches mit Wochenendzertifikat. Alle dürfen sich so nennen. Nur ein Teil davon darf eine psychische Erkrankung behandeln.

Dieser Artikel klärt die Frage, die vor allen anderen kommt: wer dich online eigentlich behandelt. Welche Bezeichnungen gesetzlich geschützt sind, was eine Videosprechstunde als Kassenleistung darf, wo du gezielt nach approbierten Fachkräften suchst – und wie sich die privaten Plattformen einordnen. Wie der Weg in eine Kassenbehandlung formal abläuft, steht getrennt davon unter Therapieplatz finden.

Wenn es jetzt nicht warten kann: Bei akuten Krisen und bei Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen, ist die Suche nach dem passenden Anbieter der falsche Schritt. Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr), ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, im Notfall 112. Die psychiatrische Notaufnahme einer Klinik nimmt dich ohne Termin und ohne Überweisung.

Die kurze Orientierung: was eine Bezeichnung verrät

Es gibt genau eine Bezeichnung, die zuverlässig sagt, dass du es mit einer heilkundlich ausgebildeten, staatlich geprüften Fachkraft zu tun hast: Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. Sie ist an eine Approbation gebunden, ihr Missbrauch ist strafbar. Alles andere ist eine akademische Angabe ohne Behandlungsauftrag, eine eingeschränkte Erlaubnis – oder gar nicht geregelt.

Daraus folgt eine praktische Suchregel: Lies wörtlich nach, welche Bezeichnung eine Anbieterseite für ihre Fachkräfte verwendet. „Approbierte Psychologische Psychotherapeutin“ – der Rahmen ist klar. „Erfahrene Therapeuten“, „Psychologen“, „Fachkräfte“ – er ist offen, und das ist keine Formulierungsfrage, sondern eine Aussage über den Leistungsumfang.

Welche Berufsbezeichnungen geschützt sind – und welche jeder verwenden darf

„Psychotherapeutin“ und „Psychotherapeut“: an die Approbation gebunden

Das Psychotherapeutengesetz ist hier ungewöhnlich eindeutig. Nach § 1 Absatz 1 PsychThG bedarf der Approbation, wer „die Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung ‚Psychotherapeutin‘ oder ‚Psychotherapeut‘ ausüben will“. Und weiter: Die Bezeichnung darf von anderen Personen als Ärzt:innen, Psychologischen Psychotherapeut:innen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen „nicht geführt werden“.

Das ist kein Papiertiger: Wer die Berufsbezeichnung Psychotherapeut, Psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut ohne Berechtigung führt, macht sich nach § 132a StGB strafbar – Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Deshalb weichen Anbieter ohne Approbation sprachlich aus, und deshalb ist es aussagekräftig, wenn eine Plattform diese Wörter meidet.

Warum es mehrere Varianten der geschützten Bezeichnung gibt

Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes zum 1. September 2020 wird die Approbation direkt nach einem Masterstudium Psychotherapie und einer staatlichen Prüfung erteilt; die Bezeichnung lautet dann schlicht „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“. Wer die Approbation nach altem Recht erworben hat, führt weiterhin „Psychologische Psychotherapeutin“ oder „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin“ – beide Wege stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Ein Punkt daran wird selten erklärt und ist für die Suche wichtig: Approbation und Kassenzulassung sind zwei verschiedene Dinge. Für Leistungen zulasten der Krankenkassen braucht es zusätzlich die Genehmigung nach der Psychotherapie-Vereinbarung – die Fachkunde in einem anerkannten Verfahren. § 1 Absatz 2 der Psychotherapie-Richtlinie nennt dafür die ärztlichen und die Psychologischen Psychotherapeut:innen, die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen sowie die neuen Fachpsychotherapeut:innen für Erwachsene und für Kinder und Jugendliche. Diese Fachkunde entsteht nach neuem Recht in einer mehrjährigen Weiterbildung nach der Approbation. Eine frisch approbierte Person kann also fachlich qualifiziert und trotzdem noch nicht abrechnungsberechtigt sein.

Ärztliche Psychotherapeut:innen

Der zweite Zugang ist der medizinische: Ärzt:innen dürfen der Bezeichnung „Psychotherapeut“ ein „ärztlich“ voranstellen. Dahinter stehen je nach Weiterbildung der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder eine Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie. Grundlage sind die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern. Der praktische Unterschied: Ärztliche Psychotherapeut:innen können somatisch abklären und Medikamente verordnen.

„Psychologin“ und „Psychologe“: ein Studium, keine Behandlungserlaubnis

Hier entsteht die häufigste Verwechslung. Ein Psychologiestudium qualifiziert nicht zur Behandlung von Krankheiten: Ein Master in Psychologie ohne Approbation berechtigt weder zur Richtlinienpsychotherapie noch zur Abrechnung mit der Kasse. Psycholog:innen arbeiten in Forschung, Diagnostik, Personalauswahl oder Beratung – Krankenbehandlung ist nur ein Teil dieses Felds, und den auch nur mit Approbation.

Die Bezeichnung selbst ist rechtlich in einer Zwischenlage: Ein eigenes Berufsgesetz für Psycholog:innen gibt es nicht. Geschützt wird sie über das Wettbewerbsrecht. Die Gerichte entscheiden nach Darstellung des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen weit überwiegend, dass sich nur als Psychologin oder Psychologe bezeichnen darf, wer Psychologie im Hauptfach mit Bachelor und Master – früher Diplom – studiert hat; als Leitentscheidung gilt ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 1983 zu einem Heilpraktiker, der sich „praktischer Psychologe“ nannte. Einzelfälle sind abweichend entschieden worden, eine grundsätzliche Klärung durch den Bundesgerichtshof steht aus. Zulässig bleibt in jedem Fall die Angabe eines Studiengangs, etwa „Psychologie (M. Sc.)“. Kurz: „Psychologe“ sagt etwas über die Ausbildung, nichts über eine Behandlungserlaubnis.

Heilpraktiker:in für Psychotherapie

Diese Erlaubnis stammt aus dem Heilpraktikergesetz und ist auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkt. Das Gesundheitsamt erteilt sie, nachdem eine Kenntnisüberprüfung ergeben hat, dass die Ausübung keine Gefahr für die Gesundheit darstellt; ein formaler Ausbildungsnachweis ist dafür in der Regel keine Voraussetzung, und die Ausgestaltung liegt beim Bundesland. Wer die Erlaubnis hat, darf heilkundlich tätig sein – aber nicht die geschützte Bezeichnung Psychotherapeut:in führen und nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Die Spanne der tatsächlichen Qualifikation ist entsprechend groß.

Berater:in, Coach, Counselor: nicht geregelt

Diese Bezeichnungen darf jede Person verwenden: keine staatliche Prüfung, keine Kammer, keine Aufsicht, kein einheitlicher Ausbildungsweg. Das macht sie nicht wertlos – Beratung ist ein eigenes, sinnvolles Format für Belastungen ohne Krankheitswert. Es heißt nur: Die Bezeichnung allein trägt keine Information; was zählt, sind die konkret genannten Abschlüsse der einzelnen Fachkraft. „Counseling“ ist die englische Entsprechung und begegnet dir vor allem bei internationalen Plattformen.

BezeichnungRechtliche GrundlageGeschützt?Darf Krankheiten behandeln?Abrechnung mit der GKV
Psychotherapeut:inApprobation nach § 1 PsychThGja, § 132a StGBjamit Fachkunde und Zulassung
Psychologische:r Psychotherapeut:inApprobation nach früherem Rechtja, § 132a StGBjamit Fachkunde und Zulassung
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:inApprobation, altersbezogenja, § 132a StGBja, bis 21 Jahremit Fachkunde und Zulassung
Ärztliche:r Psychotherapeut:inApprobation als Arzt plus Weiterbildungjaja, zusätzlich medizinischmit Fachkunde und Zulassung
Psycholog:inHochschulstudium, kein Berufsgesetzüber das Wettbewerbsrechtneinnein
Heilpraktiker:in für PsychotherapieHeilpraktikergesetz, Erlaubnis des Gesundheitsamtsja, erlaubnispflichtigheilkundlich im Gebiet Psychotherapienein
Psychologische:r Berater:in, Coach, Counselorkeineneinneinnein

Wer online tatsächlich behandelt: die Größenordnungen

Die Debatte über Online-Angebote lässt leicht vergessen, wie groß der reguläre Teil der Versorgung ist – und dass er längst per Video arbeitet. Das Bundesarztregister der Kassenärztlichen Bundesvereinigung weist zum 31. Dezember 2025 insgesamt 191.875 Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in der vertragsärztlichen Versorgung aus, davon:

FachgruppePersonenVeränderung zum Vorjahr
Psychologische Psychotherapie27.824+ 3,5 %
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie8.373+ 4,1 %
Summe Psychotherapie ohne ärztliche Psychotherapie36.197+ 3,7 %
Ärztliche Psychotherapie5.740− 1,8 %
davon Psychosomatische Medizin und Psychotherapie2.241− 1,7 %
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie1.244+ 1,7 %

Rund 42.000 approbierte Fachkräfte im Kassensystem also – und ihre Praxen dürfen bis zur Hälfte ihrer Behandlungsfälle im Quartal ausschließlich per Video versorgen. Der größte Anbieter von Online-Psychotherapie in Deutschland ist damit keine Plattform, sondern das Kassensystem selbst. Es wird nur nicht beworben.

Die Videosprechstunde als Kassenleistung: was zulässig ist

Ein Missverständnis vorweg: Die Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses beschreibt die Leistungen – Sprechstunde, probatorische Sitzungen, Akutbehandlung, Kurz- und Langzeittherapie. Das Wort „Video“ kommt in ihr nicht vor. Ob eine Leistung per Video erbracht werden darf, regeln der Bundesmantelvertrag-Ärzte mit den Anlagen 31b und 31c sowie der einheitliche Bewertungsmaßstab – dort und nicht in der Richtlinie steht die Rechtslage.

Welche Leistungen per Video möglich sind

Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung können Psychotherapeut:innen fast alle Leistungen der Psychotherapie-Richtlinie per Videosprechstunde anbieten, „wenn aus therapeutischer Sicht nichts dagegenspricht“.

LeistungPer Video möglich?Einschränkung
Psychotherapeutische Sprechstundejadie erste Sprechstunde sollte möglichst in der Praxis stattfinden
Probatorische Sitzungenjadie erste Sitzung sollte möglichst in der Praxis stattfinden
Psychotherapeutische Akutbehandlungjakeine gesonderte Begrenzung
Einzelpsychotherapie in den Verfahren nach § 15 PT-RL (Anwendungsform nach § 21 PT-RL)jatherapeutische Vertretbarkeit im Einzelfall
Gruppenpsychotherapiejahöchstens acht Personen plus eine therapeutische Person
Entspannungsverfahren und weitere Leistungen des EBM-Kapitels 35jatherapeutische Vertretbarkeit im Einzelfall

„Sollte möglichst“ ist wörtlich zu nehmen: eine Empfehlung, keine Pflicht – ein rein digitaler Einstieg ist zulässig. Praktisch ist ein erster Termin vor Ort trotzdem oft sinnvoll, weil sich Passung dort leichter einschätzen lässt und der Fall dann nicht auf die Obergrenze zählt.

Die 50-Prozent-Grenze

Seit dem 1. April 2025 dürfen Praxen bis zu 50 Prozent ihrer Behandlungsfälle im Quartal ausschließlich per Video versorgen; die frühere 30-Prozent-Grenze für unbekannte Patient:innen ist entfallen. Drei Details entscheiden, ob dich das betrifft:

  • Gezählt werden nur reine Videofälle. Wer im Quartal auch einmal in der Praxis war, fällt nicht darunter.
  • Die Grenze gilt je Betriebsstättennummer, nicht je Person. In einer Gemeinschaftspraxis kann eine einzelne Fachkraft darüber liegen, solange die Praxis insgesamt darunter bleibt.
  • Notfälle und Akutfälle aus der Terminservicestelle werden nicht mitgezählt.

Anforderungen an Technik und Ort

Die Praxis muss einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen, bei dem sie registriert ist; die Übertragung ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, und die Anforderungen aus Anlage 31b des Bundesmantelvertrags prüfen unabhängige Stellen. Die Liste der zugelassenen Dienste veröffentlicht die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Auf deiner Seite genügt ein Gerät mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher – und ein Raum, in dem das Gespräch so vertraulich verlaufen kann wie in der Praxis. Warst du im laufenden oder im Vorquartal nicht in der Praxis – oder noch nie –, hältst du zu Beginn deine elektronische Gesundheitskarte in die Kamera; daran prüft das Praxispersonal deine Identität.

Weniger bekannt, aber ausdrücklich geregelt ist der Ort auf der anderen Seite des Bildschirms. Videosprechstunden außerhalb der Praxis sind erlaubt, aber nur von einem voll ausgestatteten Telearbeitsplatz in einem dedizierten, geschlossenen Raum mit Zugriff auf die elektronische Patientendokumentation und die Telematikinfrastruktur. Und: Die vertragsärztliche Tätigkeit „hat im Inland zu erfolgen“ – solange sich die behandelnde Person außerhalb Deutschlands aufhält, ist eine Videosprechstunde zulasten der Kasse ausgeschlossen. Ein Termin „aus dem Urlaub“ ist keine Kulanzfrage, sondern unzulässig.

Was du in der Videosprechstunde verlangen kannst

Anlage 31c des Bundesmantelvertrags, in Kraft seit 1. März 2025, formuliert Qualitätsvorgaben als Pflichten der Praxis – und damit als deine Ansprüche:

  • Strukturierte Anschlussversorgung. Kann der Bedarf per Video nicht gedeckt werden, muss die Praxis einen Termin vor Ort, eine Überweisung oder den Verweis auf die passende Versorgungsebene anbieten. Nötige Überweisungen, Einweisungen und Verordnungen sollen dir in der Regel am selben Tag zur Verfügung stehen.
  • Priorisierung nur nach Behandlungsbedarf. Der Zugang darf nicht von Terminart, Dauer, Zeitpunkt oder Kostenträgerschaft abhängen. Vorrang allein für Privatzahler ist unzulässig.
  • Räumliche Nähe. Terminvermittlungslösungen müssen seit dem 1. September 2025 vorrangig an Menschen vergeben, die in der Nähe der Praxis wohnen – damit eine Weiterbehandlung vor Ort möglich bleibt.
  • Ersteinschätzung. Buchst du seit September 2025 über ein Vermittlungssystem einen Videotermin bei einer unbekannten Praxis, geht dem ein strukturiertes Ersteinschätzungsverfahren voraus. Ist der Fall für ein Videoformat nicht geeignet, wirst du an die passende Stelle verwiesen.
  • Keine Termine für einen einzigen Zweck. Angebote, die allein auf eine bestimmte Leistung zielen – etwa eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung –, sind unzulässig.

Wo das Videoformat nicht passt

Die Grenzen liegen weniger im Recht als in der Sache. Bei akuten Krisen, bei Gedanken an Selbst- oder Fremdgefährdung und bei schweren Verläufen ist ein Bildschirm das falsche Setting. Ohne ungestörten Raum funktioniert es nicht. Und Verfahren, die mit Übungen in realen Situationen arbeiten, brauchen abschnittsweise Präsenz – welche sich wie gut digital abbilden lassen, steht im Überblick zu den Therapieformen in Deutschland.

Wo du gezielt nach approbierten Fachkräften suchst

Wenn die Qualifikation die offene Frage ist, zählt vor allem ein Verzeichnis – es ist das einzige öffentliche Verzeichnis, das ausschließlich Approbierte führt.

Die Psychotherapeutensuche der Landespsychotherapeutenkammern. Die Bundespsychotherapeutenkammer verlinkt je Bundesland auf das Suchsystem der zuständigen Kammer. Gelistet sind dort nur approbierte, kammerregistrierte Psychotherapeut:innen – das ist der Unterschied zu jedem anderen Verzeichnis, denn die Kammermitgliedschaft setzt die Approbation voraus. Der Preis dafür: Die Einträge erfolgen freiwillig. Wer dort steht, ist approbiert; wer nicht dort steht, ist deshalb nicht unqualifiziert, sondern häufig einfach nicht eingetragen. Die Kammern führen außerdem die Beschwerdestellen, an die du dich bei Zweifeln an einer Behandlung wenden kannst – auch das findest du über dieselbe Seite.

Die beiden anderen Wege in eine Kassenbehandlung führen über die Verfügbarkeit statt über die Qualifikation, listen aber ohnehin nur zugelassene oder institutsgebundene Fachkräfte: die Arztsuche des Patientenservice 116 117, betrieben von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den Daten der regionalen Vereinigungen und filterbar nach Fachgebiet und Videosprechstunde, sowie die Ambulanzen der Aus- und Weiterbildungsinstitute und die Hochschulambulanzen, in denen unter Supervision und auf Kassenkosten behandelt wird – ein häufig übersehener Weg mit oft kürzeren Wartezeiten. Wie du beide nutzt, steht unter Therapieplatz finden.

Privatpraxen ohne Kassensitz sind schneller verfügbar, aber Selbstzahlerleistung – es sei denn, die Voraussetzungen des Kostenerstattungsverfahrens nach § 13 Abs. 3 SGB V sind erfüllt. Als zumutbar gelten dabei nach der Darstellung der Landespsychotherapeutenkammern in der Regel Wartezeiten von bis zu sechs Wochen; das Gesetz selbst nennt keine Frist, maßgeblich ist eine Entscheidung des Bundessozialgerichts (Az. 6 RKa 15/97). Den Ablauf von der Sprechstunde bis zum Antrag beschreibt Therapieplatz finden.

Plattformen, die approbierte Behandelnde vermitteln

Zwischen dem Kassenweg und den Beratungsplattformen liegt eine dritte Möglichkeit: Vermittlungsdienste, die ausschließlich approbierte Psychotherapeut:innen listen und den Termin direkt buchbar machen. Behandelt wird dort Psychotherapie im Sinne des Heilberufsrechts – abgerechnet aber als Privatleistung nach der Gebührenordnung und nicht über die gesetzliche Krankenkasse. Für Selbstzahler:innen und Privatversicherte ist das oft der schnellste Weg zu einer approbierten Fachkraft. Gesetzlich Versicherte zahlen die Sitzungen selbst, solange kein Kostenerstattungsverfahren läuft.

Redaktionelle Auswahl, keine Vergütung. Für diese beiden Einträge erhalten wir kein Geld – anders als bei den meisten Anbietern in unserem Vergleich. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Rangfolge; die Einordnung nach unserer Methodik steht im jeweiligen Testbericht. Alle Angaben stammen von den Anbietern und sollten vor einer Buchung geprüft werden.

  1. einfach
    Therapie
    • Ausschließlich approbierte Psychotherapeut:innen
    • Verhaltenstherapie und systemische Therapie
    • Deutsch, Englisch, Polnisch

    Seit Juli 2026 online. Die Honorare legen die Behandelnden selbst fest und liegen zwischen 100,55 und 139,89 € je 50 Minuten; eine Vermittlungsgebühr fällt nicht an. Vor der Freischaltung prüft der Betreiber Approbationsurkunde und Berufshaftpflicht, die Videositzungen laufen über einen in der EU gehosteten Dienst. Zum Stand September 2026 nennt der Anbieter sieben Behandelnde; nach eigenen Angaben wächst das Netz kontinuierlich.

  2. Therapy
    Lift
    • Ausschließlich approbierte Psychotherapeut:innen
    • Alle vier Richtlinienverfahren vertreten
    • Kooperationen mit drei privaten Krankenversicherern

    Die Plattform der Berliner Psyve GmbH nennt zum Stand Oktober 2026 85 approbierte Behandelnde. Eine Sitzung kostet laut Anbieter 120 bis 167,58 €, Kennenlerngespräche sind kostenlos. Mit Barmenia, Hallesche und Signal Iduna bestehen Kooperationen: Anträge gehen direkt aus der App an die Versicherung, vorgesehen sind bis zu 24 Sitzungen Kurzzeittherapie im tariflichen Umfang. Entscheidend bleibt dein eigener Tarif – ältere PKV-Tarife begrenzen die Sitzungszahl teils eigenständig.

Worauf du bei beiden achten solltest. Die Erstattungszusage gibt deine Versicherung, nicht die Plattform – bei einer privaten Krankenversicherung lohnt sich vor der ersten Sitzung ein Blick in den eigenen Tarif oder eine kurze schriftliche Anfrage. Über das Ausfallhonorar entscheiden die Behandelnden – bei einfachTherapie.de mit eigener Absagefrist im jeweiligen Profil, bei Therapy Lift innerhalb eines einheitlichen Rahmens der Plattform (Absage bis 24 Stunden vorher kostenlos, danach höchstens 100 €). Und beide Angebote sind Privatleistungen: Wer gesetzlich versichert ist, zahlt selbst, sofern die Kasse die Kosten nicht ausnahmsweise im Erstattungsverfahren übernimmt.

Auswahlkriterien, die tatsächlich etwas aussagen

Ist die Bezeichnung geklärt, entscheiden fünf Dinge – Sterne-Bewertungen gehören nicht dazu.

KriteriumWarum es zähltWas du fragst
VerfahrenDie vier Richtlinienverfahren arbeiten unterschiedlich und haben eigene Sitzungskontingente„In welchem Verfahren haben Sie die Fachkunde?“
Erfahrung mit dem StörungsbildZwangsstörung, Traumafolgestörung und Essstörung stellen sehr verschiedene Anforderungen„Wie häufig behandeln Sie dieses Beschwerdebild?“
SpracheÜber Gefühle in einer Fremdsprache zu sprechen kostet Genauigkeit und Nähe„In welchen Sprachen behandeln Sie?“
Setting und TechnikAnteil an Präsenzterminen, Frequenz, Umgang mit Verbindungsabbrüchen„Wie viele Termine finden vor Ort statt, wie viele per Video?“
PassungDie Psychotherapie-Richtlinie nennt die tragfähige Arbeitsbeziehung ausdrücklich als Prüfpunkt der probatorischen SitzungenNach den ersten Gesprächen: Kann ich hier offen sein?

Genau dafür sind die probatorischen Sitzungen da: § 12 der Psychotherapie-Richtlinie nennt die „Abschätzung der persönlichen Passung“ als eine ihrer Aufgaben und erläutert sie als tragfähige Arbeitsbeziehung zwischen Patient:in und Psychotherapeut:in. Sie zu nutzen und danach zu wechseln, ist kein Abbruch, sondern ihr Zweck – wie ein Wechsel bei bereits bewilligter Therapie formal abläuft, welche Meldepflichten gegenüber der Kasse bestehen und was mit dem Restkontingent passiert, steht unter Therapieplatz finden.

Was die vier Richtlinienverfahren unterscheidet und wie viele Sitzungen sie jeweils umfassen, steht im Überblick der Therapieformen in Deutschland. Und wenn du an die Haltung der Fachkraft eine besondere Erwartung mitbringst, gibt es dafür eigene Wege – etwa bei queersensibler Therapie oder bei christlicher Beratung und Therapie, wo es kein amtliches Verzeichnis gibt und die Frage in die Sprechstunde gehört.

Woran du unseriöse Angebote erkennst

Es geht selten um Betrug, häufiger um systematische Unschärfe. Diese Signale sind belastbar:

  • Die Qualifikation wird nicht benannt. „Erfahrene Therapeuten“, „geprüfte Experten“, „unser Fachteam“ – ohne Approbation, Abschluss oder Kammerzugehörigkeit. Seriöse Angebote schreiben hin, was ihre Fachkräfte sind.
  • Bezeichnungen werden gemischt. Wer im Fließtext „Beratung“ und in der Überschrift „Therapie“ schreibt, hat sich nicht versehentlich verschrieben.
  • Wirkversprechen. Heilungszusagen, Erfolgsquoten, „in vier Wochen beschwerdefrei“. Psychotherapie arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Garantien.
  • Diagnose per Fragebogen. Ein Onlinetest kann ein Hinweis sein. Eine Diagnose stellt eine Fachkraft im Gespräch.
  • Kein vollständiges Impressum, keine erreichbare Adresse, kein Ansprechpartner für Beschwerden.
  • Druck beim Abschluss. Countdown-Anzeigen und künstlich verknappte Nachlässe, Vorkasse, stille Verlängerung. Ein sauber ausgewiesener Einführungspreis ist damit nicht gemeint – gemeint ist die erzeugte Eile.
  • Keine Angabe zum Krisenfall. Wer nicht sagt, wohin er bei akuter Verschlechterung verweist, hat den Fall nicht bedacht.

Private Plattformen: Psychotherapie oder Beratung

Der Markt privater Online-Angebote wird gern als eine Kategorie behandelt. Rechtlich sind es zwei – der wichtigste Befund dieses Artikels. Die Einordnung in der Spalte „Was es rechtlich ist“ ist eine redaktionelle Bewertung nach deutschem Recht; die übrigen Angaben stammen von den Anbietern selbst und sind im Quellenabschnitt mit Abrufdatum nachgewiesen.

AnbieterWas es rechtlich istFachkräfte laut AnbieterKosten laut Anbieter (Stand: September 2026)Kassenerstattung
BeavivoPsychotherapie als Heilbehandlung durch approbierte Fachkräfte, Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie – erbracht als Selbstzahlerleistung, also keine Richtlinienpsychotherapie zulasten der GKVapprobierte Psychologische Psychotherapeut:innen, Sitz Hamburg; über 40 Profile nach eigener Zählung im Therapeut:innen-Verzeichnis (September 2026), eine Gesamtzahl nennt der Anbieter nicht134,06 € pro Sitzung (50 Min.), kostenloses Infogesprächnur über die TK und die DiGA Invirto
einfachTherapie.deVermittlung von Psychotherapie als Heilbehandlung durch approbierte Fachkräfte – erbracht als Privatleistung, also keine Abrechnung zulasten der GKVausschließlich approbierte Psychotherapeut:innen; sieben Behandelnde (Stand: September 2026), davon fünf in Verhaltenstherapie und zwei in systemischer Therapie; Deutsch bei allen, Englisch bei vier, Polnisch bei einer100,55 bis 139,89 € je 50 Minuten, von den Behandelnden selbst festgelegt; keine Vermittlungsgebührkeine GKV-Erstattung; PKV und Beihilfe im tariflichen Umfang
Therapy LiftVermittlung von Psychotherapie als Heilbehandlung durch approbierte Fachkräfte – erbracht als Privatleistung, also keine Abrechnung zulasten der GKVapprobierte Psychotherapeut:innen; Plattform der Psyve GmbH, BerlinHonorare der Behandelnden nach der Gebührenordnung; laut Anbieter 120 bis 167,58 € je Sitzung, für Privatversicherte in der Regel der 2,3-fache Regelsatz; keine Gebühr an die Plattformkeine GKV-Erstattung; Kooperationen mit Barmenia, Hallesche und Signal Iduna, laut Anbieter 24 Sitzungen Kurzzeittherapie und eine Verlängerung bis 60 Sitzungen – jeweils im tariflichen Umfang
Instahelppsychologische Beratung – keine Psychotherapie im Sinne des deutschen Rechts400+ Psycholog:innen, laut Anbieter mit Abschluss als Klinische:r oder Gesundheitspsycholog:in beziehungsweise Psychologische:r Psychotherapeut:in nach österreichischem Recht, ohne deutsche Approbationspflicht, Sitz GrazErstgespräch 49 € / 30 Min., Sitzung 59 € / 30 Min. oder 89 € / 50 Min., Paarsitzung 159 € / 75 Min., kein Abonein
BetterHelpBeratung bzw. Counseling – keine Psychotherapie im Sinne des deutschen Rechtsüber 30.000 qualifizierte Berater:innen; deutschsprachige Berater:innen sind im Netzwerk vertreten, eine Zahl dazu veröffentlicht der Anbieter nicht45 bis 90 € pro Wochekeine Erstattung durch deutsche Kassen
TalkspaceBeratung nach deutschem Recht, vorwiegend Englischrund 5.600 in den USA lizenzierte Fachkräfte, keine deutsche Approbationab 69 USD pro Woche im Nachrichten-Tarif, Tarife mit Live-Sitzungen liegen höher; Abrechnung in US-Dollarnein
PaarBalanceSelbstlernprogramm für Paare, KVT-basiert – keine Heilbehandlungentwickelt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Ludwig Schindler und Dr. Judith Gastner; in kontrollierten Studien mit den Universitäten Bamberg und Bern untersuchtStandard 59 €/Monat, Premium 149 €/3 Monate, Deluxe 499 € einmalignein

Praktisch heißt das: Steht eine diagnostizierte oder wahrscheinlich behandlungsbedürftige Erkrankung im Vordergrund, gehört sie in die Hände einer approbierten Fachkraft – online oder vor Ort. Beratung ersetzt in diesem Fall keine Psychotherapie, sie kann höchstens begleiten oder eine Wartezeit überbrücken. Geht es um Belastungen ohne Krankheitswert, ist Beratung oft das passendere Format. Ein dritter Weg sind digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept, deren Kosten die Kasse trägt. Für Paare gilt ein eigener Rahmen, weil Beziehungsarbeit keine Krankenbehandlung ist – dazu Online-Paartherapie im Vergleich.

Anzeige. Diese Übersicht enthält Affiliate-Links. Als BetterHelp-Partner erhalten wir eine Vergütung von BetterHelp, wenn du Produkte oder Dienstleistungen über die bereitgestellten Links erwirbst; auch für andere Anbieter erhalten wir eine Provision – für dich ohne Mehrkosten. Die Einordnung ist eine redaktionelle Einschätzung nach unserer Bewertungsmethodik. Instahelp und Beavivo vergüten uns nicht.

Rang 1 ist Psychotherapie im rechtlichen Sinne, Rang 2 und 3 sind Beratungsangebote. Die Wertungen gelten jeweils innerhalb dieser Kategorie und sind nicht untereinander vergleichbar.

  1. 1
    Beavivo ★★★★★
    • Approbierte Psychologische Psychotherapeut:innen
    • Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie
    • Kostenloses Infogespräch laut Anbieter

    Der einzige Anbieter in dieser Übersicht, dessen Fachkräfte durchgängig approbiert sind – damit Psychotherapie im rechtlichen Sinne, nicht Beratung. Abgerechnet wird als Selbstzahlerleistung: laut Anbieter 134,06 € pro Sitzung à 50 Minuten (Stand: September 2026). Eine Kassenerstattung gibt es außer für TK-Versicherte über die DiGA Invirto nicht; Richtlinienpsychotherapie zulasten der GKV ist das Angebot deshalb nicht.

  2. 2
    Instahelp ★★★★★
    • Deutschsprachige Psycholog:innen, laut Anbieter klinisch- oder gesundheitspsychologisch qualifiziert
    • Kein Abo, Buchung pro Sitzung laut Anbieter
    • Video, Telefon oder Livechat laut Anbieter

    Psychologische Beratung, keine Psychotherapie im Sinne des deutschen Rechts – die Fachkräfte unterliegen keiner deutschen Approbationspflicht. Weil einzeln gebucht wird, eignet es sich zur Überbrückung ohne Bindung über Monate: laut Anbieter 49 € für das Erstgespräch (30 Min.), danach 59 € für 30 oder 89 € für 50 Minuten (Stand: September 2026).

  3. 3
    BetterHelp ★★★★★
    • Matching laut Anbieter in der Regel innerhalb von 48 Stunden
    • Video, Telefon, Chat und Nachrichten laut Anbieter
    • Kündigung laut Anbieter jederzeit zum Ende des Abrechnungszeitraums möglich

    Beratung bzw. Counseling – keine Psychotherapie im Sinne des deutschen Rechts. Nach Anbieterangaben über 30.000 qualifizierte Berater:innen, darunter deutschsprachige; eine Zahl dazu veröffentlicht der Anbieter nicht. Kosten laut Anbieter 45 bis 90 € pro Woche (Stand: September 2026), keine Erstattung durch deutsche Kassen.

Ein strukturiertes Selbstlernprogramm auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie ist Online-Therapy.com: Module, Arbeitsblätter und – erst ab dem Standard-Tarif – eine wöchentliche Live-Sitzung von 45 Minuten, durchgehend auf Englisch. Die Listenpreise liegen laut Anbieter bei 55 € pro Woche im Basic-Tarif ohne Live-Sitzung, 80 € im Standard-Tarif und 105 € im Premium-Tarif mit zwei Sitzungen pro Woche; auf den ersten Monat gewährt der Anbieter nach eigenen Angaben 20 Prozent Neukundennachlass, angezeigt werden dann 44, 64 beziehungsweise 84 € (Stand: September 2026). Welche Fachkraft für welches Beschwerdebild in Frage kommt, steht in den störungsbezogenen Einordnungen zu Depressionen, Angststörungen und Burnout.

Wichtiger Hinweis: Die hier vorgestellten privaten Angebote sind kein Notfalldienst und ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn du dich in einer akuten Krise befindest oder Suizidgedanken hast, hol dir bitte sofort Unterstützung: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr), ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, im Notfall 112. Die psychiatrische Notaufnahme einer Klinik ist rund um die Uhr ohne Termin erreichbar.

Häufige Fragen zu Online-Psychotherapeut:innen

Woran erkenne ich, ob jemand wirklich Psychotherapeut:in ist?

An der Bezeichnung, und zwar wörtlich. „Psychotherapeutin“, „Psychologische Psychotherapeutin“ und „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ sind nach § 1 PsychThG an eine Approbation gebunden; unberechtigtes Führen ist nach § 132a StGB strafbar. Nachprüfen kannst du es über die Psychotherapeutensuche der Landespsychotherapeutenkammer, die ausschließlich approbierte, kammerregistrierte Personen führt. „Erfahrener Therapeut“, „Berater“ oder „Coach“ sagen nichts über eine Behandlungserlaubnis aus.

Ist „Psychologe“ eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nur indirekt. Ein eigenes Berufsgesetz gibt es dafür nicht; geschützt wird die Bezeichnung über das Wettbewerbsrecht, sodass sich nach der weit überwiegenden Rechtsprechung nur so nennen darf, wer Psychologie im Hauptfach studiert hat. Entscheidend ist etwas anderes: Ein Psychologiestudium allein berechtigt nicht zur Behandlung psychischer Erkrankungen und nicht zur Abrechnung mit der Kasse. Dafür braucht es die Approbation.

Darf eine Psychotherapie vollständig per Video stattfinden?

Sie darf. Praxen können seit dem 1. April 2025 bis zu 50 Prozent ihrer Behandlungsfälle pro Quartal ausschließlich per Videosprechstunde versorgen; die frühere Unterscheidung zwischen bekannten und unbekannten Patient:innen ist entfallen. Gezählt werden nur Fälle ohne jeden Präsenztermin, und die Grenze gilt je Betriebsstättennummer, nicht je Person. Erste Sprechstunde und erste probatorische Sitzung sollten laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung möglichst in der Praxis stattfinden – eine Empfehlung, keine Pflicht.

Welche psychotherapeutischen Leistungen sind per Video möglich?

Nahezu alle Leistungen der Psychotherapie-Richtlinie: Sprechstunde, probatorische Sitzungen, Akutbehandlung, Einzel- und Gruppenpsychotherapie sowie weitere Leistungen des EBM-Kapitels 35 wie Entspannungsverfahren – sofern therapeutisch nichts dagegenspricht. Bei Gruppentherapien dürfen per Video höchstens acht Personen plus eine therapeutische Person teilnehmen.

Was ist ein Heilpraktiker für Psychotherapie?

Eine Person mit einer auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkten Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, erteilt vom Gesundheitsamt nach einer Kenntnisüberprüfung. Ein formaler Ausbildungsnachweis ist dafür in der Regel keine Voraussetzung. Wer die Erlaubnis hat, darf heilkundlich tätig sein, aber nicht die geschützte Bezeichnung Psychotherapeut:in führen und nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen.

Was ist der Unterschied zwischen Online-Psychotherapie und Online-Beratung?

Psychotherapie ist Krankenbehandlung: Sie setzt eine Diagnose voraus, wird von approbierten Fachkräften erbracht und ist rechtlich geregelt – von der Berufsbezeichnung über die Psychotherapie-Richtlinie bis zur Abrechnung. Beratung zielt auf Orientierung und Entlastung ohne Krankheitswert, hat keinen geregelten Zugang und keine geschützte Bezeichnung; wer sie anbietet, muss keine Prüfung bestehen und unterliegt keiner Kammer. Beides kann sinnvoll sein, aber nicht für dasselbe: Bei einer behandlungsbedürftigen Erkrankung ersetzt Beratung keine Psychotherapie.

Wo finde ich online eine approbierte Psychotherapeutin?

Über drei Verzeichnisse: die Psychotherapeutensuche deiner Landespsychotherapeutenkammer, die Arztsuche des Patientenservice 116 117 und die Ambulanzen der Aus- und Weiterbildungsinstitute sowie Hochschulambulanzen. Nur die Kammerverzeichnisse listen ausschließlich approbierte Personen, beruhen aber auf freiwilligen Einträgen und sind deshalb unvollständig; die 116 117 beruht auf den Daten der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen und deckt die zugelassenen Praxen am breitesten ab.

Darf meine Psychotherapeutin die Videositzung aus dem Ausland führen?

Nein. Nach Anlage 31c des Bundesmantelvertrags hat die vertragsärztliche Tätigkeit im Inland zu erfolgen; eine Videosprechstunde ist ausgeschlossen, solange sich die behandelnde Person außerhalb Deutschlands aufhält. Aus der Praxis oder von einem voll ausgestatteten Telearbeitsplatz in einem geschlossenen Raum ist sie zulässig.

Quellen

Anbieterangaben zu den vermittelnden Plattformen: einfachTherapie.de und Therapy Lift, jeweils Angaben der Betreiber gegenüber der Redaktion, Stand September 2026.

Rechts-, Statistik- und Verzeichnisquellen:

Anbieterangaben, alle am 8. September 2026 abgerufen. Wir geben die Adressen als Text an, weil wir zu einem Teil dieser Anbieter in einem Partnerprogramm stehen und Verweise dorthin nur über die gekennzeichneten Links oben laufen:

  • Beavivo, beavivo.de sowie das Therapeut:innen-Verzeichnis – Berufsbezeichnung „Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie)“, Sitzungspreis 134,06 € für 50 Minuten, kostenloses Infogespräch, Sitz Hamburg, Angebot für TK-Versicherte über Invirto. Die Zahl „über 40“ ist unsere eigene Zählung der veröffentlichten Profile, keine Anbieterangabe.
  • Instahelp, instahelp.me/de/ – Angabe „400+ Top-Psycholog:innen“; instahelp.me/de/preise/ – Erstgespräch 49 € / 30 Min., Sitzung 59 € / 30 Min. und 89 € / 50 Min., Paarsitzung 159 € / 75 Min., „kein Abo“; instahelp.me/de/ueber-uns/ – Anforderungen an die Psycholog:innen (Abschluss als Klinische:r oder Gesundheitspsycholog:in beziehungsweise Psychologische:r Psychotherapeut:in, mindestens drei Jahre Erfahrung, universitäre Zusatzausbildung Onlineberatung).
  • BetterHelp, betterhelp.com/faq/ – aus Deutschland abgerufene Kostenangabe „The cost of therapy through BetterHelp ranges from 45 € to 90 € per week“; betterhelp.com/about-us/ – Netzwerkgröße „more than 30,000 therapists“. Eine Zahl deutschsprachiger Fachkräfte nennt der Anbieter dort nicht.
  • Talkspace, talkspace.com – Angabe „5,600 licensed providers“ und Einstiegspreis „$69/week“ bei Selbstzahlung.
  • PaarBalance, paarbalance.de – wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Ludwig Schindler und Dr. Judith Gastner, Studien in Kooperation mit den Universitäten Bamberg und Bern, Tarife Standard 59 € pro Monat, Premium 149 € für drei Monate, Deluxe 499 € einmalig.
  • Online-Therapy.com, online-therapy.com/pricing/ – Tarife Basic, Standard, Premium mit den Wochenpreisen und der Zahl der enthaltenen 45-Minuten-Live-Sitzungen sowie der Angabe „a 20% discount for your first month“.

Dieser Artikel gibt den Stand von September 2026 wieder und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Rechts- und Statistikangaben sind an den oben verlinkten Primärquellen belegt; die Angaben zu den privaten Anbietern sind Anbieterangaben mit Abrufdatum und keine eigene Prüfung. Zu Qualifikation und Beschwerden beraten die Psychotherapeutenkammer deines Bundeslandes und die unabhängige Patientenberatung kostenfrei.