Online-Therapie zeigt Wirkung bei Internetsucht: Wirksame Hilfe gegen digitale Abhängigkeit
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Online-Therapie bei Internetsucht – Wie gut funktioniert sie wirklich?
Ständig am Smartphone, E-Mails checken im Minutentakt oder exzessiv Online-Gaming – der digitale Alltag macht vielen Menschen zu schaffen. Doch wann wird die Nutzung von Tablet, Handy und Co. zur Sucht? Und noch viel wichtiger: Wie kann man diese Internetsucht behandeln? Die Antwort könnte direkt auf dem Bildschirm liegen: mit Online-Therapie. Klingt paradox? Erste Studien deuten jedoch darauf hin, dass dieser Ansatz hilfreich sein kann.Was ist Internetsucht?
Internetsucht – oder auch Online-Sucht genannt – ist mehr als nur ein bisschen viel Surfen. Menschen, die davon betroffen sind, können oft nicht mehr aufhören. Sie verlieren das Zeitgefühl, vernachlässigen ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Freunde und in manchen Fällen sogar ihre Gesundheit. Vielleicht kennst du das ja selbst: Du willst "nur kurz" dein Handy checken und zack – ist eine Stunde vorbei. Während das für viele noch Alltag ist, wird es bei anderen zum ernsthaften Problem. Studien zeigen: Junge Erwachsene sind besonders gefährdet. Vor allem Männer zwischen 18 und 30 Jahren verbringen extrem viel Zeit mit Online-Games, Social Media oder Streaming-Plattformen.Online-Therapie als Hilfe – geht das?
Die Idee klingt einfach, fast zu einfach: Wer zu viel online ist, macht eine Therapie – und zwar ebenfalls online. Erste Studien deuten darauf hin, dass internetbasierte Therapieangebote bei problematischer Internetnutzung hilfreich sein können. Im Rahmen solcher Programme nehmen Betroffene an einer Online-Therapie gegen ihre problematische Internetnutzung teil. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich viele Teilnehmende danach besser fühlen können – sowohl psychisch als auch im Alltag.Wie läuft so eine Online-Therapie ab?
Das Konzept ist recht unkompliziert. Betroffene konnten sich über ein digitales Therapieangebot anmelden – ganz anonym, was vielen den Einstieg erleichtert hat. Dann trafen sie sich wöchentlich über Videochat mit Therapeutinnen und Therapeuten. Inhalte waren unter anderem:- Reflexion des Online-Verhaltens: Wann wird die Internetnutzung problematisch?
- Zielsetzung: Was möchte ich verändern?
- Strategien zur Verhaltensänderung: Was hilft mir, weniger Zeit online zu verbringen?
- Stressbewältigung: Alternative Methoden statt Online-Flucht
Warum hilft Online-Therapie gerade bei Internetsucht?
Auf den ersten Blick scheint es widersprüchlich: Ausgerechnet Menschen mit Internetsucht sollen per Internet therapiert werden? Tatsächlich funktioniert es genau deswegen so gut. Viele Betroffene leben ohnehin in einer digitalen Welt und fühlen sich auf dieser Online-Ebene sicherer. Die Hemmschwelle zur Teilnahme sinkt. Für Therapeuten ist es eine gute Gelegenheit, die Patienten in ihrem gewohnten Umfeld abzuholen und das Nutzungsverhalten direkt zu besprechen – ganz konkret und alltagsnah.Kleiner Einblick in den Alltag eines Teilnehmers:
Jonas, 24, war täglich bis zu acht Stunden in Online-Games versunken. Sein Studium und soziale Kontakte litten stark darunter. Er erzählte im Interview, dass es ihn erst geschockt hat, wie viel Zeit verloren geht – ohne dass er es gemerkt hatte. Die Online-Therapie half ihm, eine neue Tagesstruktur zu entwickeln und sein Spielverhalten Schritt für Schritt zu reduzieren.Die Ergebnisse: Weniger Bildschirmzeit, mehr Lebensfreude
Nach Abschluss einer mehrwöchigen Therapie berichten Teilnehmende erster Untersuchungen häufig von Verbesserungen, zum Beispiel:- Geringere emotionale Belastung durch den Online-Konsum
- Bessere Kontrolle über die eigene Bildschirmzeit
- Mehr Zeit für Freunde, Familie und Hobbys
- Höhere Lebenszufriedenheit
Was sagt die Forschung?
Fachleute betonen, wie wichtig es ist, neue Therapiewege zu erforschen. Da digitale Medien fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen sind, liegt es nahe, auch dort nach Lösungen zu suchen. In der Verbindung von moderner Technologie und etablierter Psychotherapie wird ein großes Potenzial gesehen.Für wen eignet sich Online-Therapie bei Internetsucht?
Nicht jeder, der viel online ist, braucht gleich eine Therapie. Aber wenn man merkt, dass das Digitale das echte Leben mehr und mehr verdrängt, kann es Zeit sein, Hilfe zu suchen. Besonders geeignet ist Online-Therapie für:- Junge Erwachsene mit exzessiver Mediennutzung
- Menschen, die lieber anonym bleiben möchten
- Alle, denen der Weg zur Praxis schwerfällt
- Personen, die beruflich oder privat stark eingespannt sind