Online-Therapie-Vergleich.de Logo Online-Therapie-Vergleich

DiGA bei ADHS: Diese Apps auf Rezept gibt es für Erwachsene

Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am

Anzeige: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Schließt du darüber ab, erhalten wir eine Provision – für dich ohne Mehrkosten. Auf das BfArM-DiGA-Verzeichnis verlinken wir rein informativ und ohne Provisionsinteresse.

Eine ADHS bei Erwachsenen kann den Alltag spürbar belasten – von Konzentration und Organisation bis hin zu innerer Unruhe. Neben Gesprächstherapie und gegebenenfalls Medikation gibt es seit einigen Jahren eine weitere Option, die viele noch nicht kennen: digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA – sogenannte „Apps auf Rezept". In diesem Beitrag erfährst du, welche DiGA für erwachsene Menschen mit ADHS infrage kommen, wie du sie verordnet bekommst und was solche Anwendungen leisten können – und was nicht.

Wichtiger Hinweis: Befindest du dich in einer akuten Krise oder hast du Gedanken, dir das Leben zu nehmen, hol dir bitte sofort Hilfe. In Deutschland erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111. Im Notfall wähle 112. In Österreich: Telefonseelsorge 142, Rettung 144. In der Schweiz: Die Dargebotene Hand 143, Sanität 144. Eine App ersetzt in einer Notlage keine sofortige professionelle Hilfe.

Was ist eine DiGA („App auf Rezept")?

Eine DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) ist eine geprüfte App oder Web-Anwendung, die von Ärztinnen, Ärzten oder Psychotherapeut:innen verordnet werden kann und deren Kosten in der Regel die gesetzliche Krankenkasse übernimmt. Damit eine Anwendung als DiGA gilt, muss sie ein offizielles Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen und im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet sein.

Geprüft werden dabei unter anderem Datenschutz, Datensicherheit und ein positiver Versorgungseffekt. Anders als eine frei verfügbare Wellness- oder Achtsamkeits-App ist eine DiGA also ein Medizinprodukt mit definiertem Anwendungszweck. Eine aktuelle Übersicht aller zugelassenen Anwendungen findest du im offiziellen Verzeichnis unter diga.bfarm.de. Wir empfehlen, den Stand dort vor einer Verordnung gegenzuprüfen, da sich das Verzeichnis laufend ändert.

DiGA für Erwachsene mit ADHS

Nach unserem Recherchestand sind im BfArM-DiGA-Verzeichnis aktuell zwei Anwendungen für Erwachsene mit ADHS gelistet: attexis und ORIKO. Da sich Zulassungen und Funktionsumfang ändern können, prüfe bitte den jeweils aktuellen Eintrag direkt im DiGA-Verzeichnis des BfArM. Für eine Internet- oder Mediennutzungsstörung gibt es übrigens keine eigene DiGA – das ist ein anderes Thema und hier nicht relevant.

attexis

attexis ist als DiGA für Erwachsene mit ADHS gelistet. Die Anwendung baut auf Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) auf – einem psychotherapeutischen Ansatz, der daran arbeitet, ungünstige Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern. Der Anwendungszeitraum ist nach unserem Recherchestand auf rund 90 Tage ausgelegt.

Inhaltlich begleitet dich die App über diesen Zeitraum mit strukturierten, aufeinander aufbauenden Modulen. Konkrete Funktionsdetails und der aktuelle Stand sollten direkt im BfArM-Verzeichnis nachgesehen werden; dort findest du auch die jeweils gültige Indikation und die Hinweise des Herstellers.

ORIKO

ORIKO ist ebenfalls als DiGA für Erwachsene mit ADHS gelistet und arbeitet mit Elementen der digitalen Psychotherapie beziehungsweise verhaltenstherapeutischer Bausteine. Der Anwendungszeitraum ist nach unserem Recherchestand auf etwa zwölf Wochen ausgelegt.

Auch hier gilt: Die Anwendung führt dich strukturiert durch ein Programm. Welche Funktionen im Einzelnen enthalten sind und für welche Patient:innengruppe die Anwendung vorgesehen ist, entnimmst du am besten dem aktuellen Eintrag im DiGA-Verzeichnis. Wir verzichten hier bewusst auf Wirkungsaussagen, da diese nur auf Grundlage belastbarer Quellen seriös getroffen werden können.

So bekommst du die App auf Rezept

Für eine DiGA brauchst du keine Privatzahlung – bei gesetzlich Versicherten übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Kosten, sodass für dich meist 0 Euro anfallen. Es gibt zwei übliche Wege:

  • Über die ärztliche oder psychotherapeutische Praxis: Liegt eine entsprechende Diagnose vor, kann dir deine Ärztin, dein Arzt oder deine Psychotherapeutin beziehungsweise dein Psychotherapeut die DiGA verordnen. Mit dem Rezept reichst du den Code bei deiner Krankenkasse ein und erhältst einen Freischaltcode für die App.
  • Direkt bei der Krankenkasse: Hast du bereits einen Nachweis über die passende Diagnose, kannst du die DiGA in vielen Fällen auch direkt bei deiner Kasse beantragen. Die Kasse prüft den Antrag und schaltet die Anwendung anschließend frei.

Nach der Freigabe lädst du die App herunter oder rufst die Web-Anwendung auf und aktivierst sie mit dem Code. Die genauen Schritte können sich je nach Kasse unterscheiden – frag im Zweifel direkt bei deiner Krankenkasse nach.

Was DiGA leisten – und was nicht

Eine DiGA kann eine sinnvolle Ergänzung sein: Sie ist niedrigschwellig, jederzeit verfügbar und kann die Zeit überbrücken, bis ein Therapieplatz frei wird. Sie bietet Struktur und arbeitet mit etablierten therapeutischen Bausteinen.

Genauso wichtig ist, was eine DiGA nicht ist: Sie ersetzt weder eine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose noch eine gegebenenfalls notwendige medikamentöse Behandlung. Ob eine ADHS vorliegt und welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, klärst du immer mit einer Fachperson. Eine App stellt keine Diagnose und gibt keine individuellen Behandlungs- oder Medikamentenempfehlungen. Verstehe eine DiGA daher als ergänzenden Baustein innerhalb deiner Versorgung – nicht als Ersatz.

Wenn du nach begleitender Unterstützung suchst, lohnt sich auch ein Blick auf andere Formate. Eine Übersicht seriöser Angebote findest du in unserem Anbietervergleich. Wie wir Anbieter einordnen, legen wir transparent in unserer Bewertungsmethodik offen. Suchst du Informationen zu einem verwandten Themenfeld, hilft dir unser Ratgeber zur Online-Therapie bei Depressionen weiter.

Fazit

Für Erwachsene mit ADHS gibt es nach aktuellem Recherchestand mit attexis und ORIKO zwei DiGA, die du dir auf Rezept verordnen lassen kannst – in der Regel ohne eigene Kosten. Beide arbeiten mit verhaltenstherapeutisch geprägten, strukturierten Programmen über mehrere Wochen. Eine DiGA kann deine Versorgung sinnvoll ergänzen, ersetzt aber weder Diagnose noch ärztliche Behandlung. Prüfe den aktuellen Stand und die genauen Funktionen vor einer Verordnung immer im offiziellen BfArM-DiGA-Verzeichnis und besprich den passenden Weg mit deiner Ärztin, deinem Arzt, deiner Psychotherapeutin oder deinem Psychotherapeuten.

Häufige Fragen

Welche DiGA gibt es für ADHS bei Erwachsenen?

Nach unserem Recherchestand sind im BfArM-DiGA-Verzeichnis zwei Anwendungen für Erwachsene mit ADHS gelistet: attexis (mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie, rund 90 Tage) und ORIKO (digitale verhaltenstherapeutische Bausteine, etwa zwölf Wochen). Bitte prüfe den aktuellen Stand unter diga.bfarm.de.

Wie bekomme ich eine App auf Rezept?

Du kannst dir eine DiGA von deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Psychotherapeutin beziehungsweise deinem Psychotherapeuten verordnen lassen. Liegt bereits ein Diagnosenachweis vor, kannst du sie in vielen Fällen auch direkt bei deiner Krankenkasse beantragen. Anschließend erhältst du einen Freischaltcode.

Was kostet eine DiGA?

Für gesetzlich Versicherte übernimmt nach erfolgter Freigabe in der Regel die Krankenkasse die Kosten – für dich fallen damit meist 0 Euro an. Die genauen Konditionen klärst du im Zweifel direkt mit deiner Kasse.

Ersetzt eine DiGA Medikamente oder eine Therapie?

Nein. Eine DiGA ist ein ergänzender Baustein und ersetzt weder eine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose noch eine gegebenenfalls notwendige Medikation. Ob und welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, klärst du immer mit einer Fachperson.

Für wen ist eine DiGA bei ADHS geeignet?

Grundsätzlich richten sich diese DiGA an Erwachsene mit einer entsprechenden Diagnose. Ob eine Anwendung in deiner Situation passt, hängt vom Einzelfall ab und sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachperson besprochen werden. Die genaue Indikation findest du im jeweiligen Eintrag im BfArM-DiGA-Verzeichnis.

Autor: Redaktion Online-Therapie-Vergleich.de