BetterHelp und der Umgang mit Nutzerdaten: Was das FTC-Verfahren 2023 zeigt
In den letzten Jahren haben sich Online-Therapieplattformen wie BetterHelp zu einer viel genutzten Alternative für psychische Unterstützung entwickelt – flexibel, ortsunabhängig und mit geringeren Wartezeiten als klassische Psychotherapien. Ein Verfahren der US-Handelsbehörde FTC aus dem Jahr 2023 wirft jedoch die allgemeine Frage auf, wie mit sensiblen Gesundheitsdaten umgegangen wird, wenn sie digitalen Plattformen anvertraut werden.
Was ist passiert?
Laut einem Verfahren der US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) aus dem Jahr 2023 ging es um die Frage, in welchem Umfang BetterHelp Nutzerdaten an Drittanbieter weitergegeben hatte. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde die Weitergabe von Daten an externe Dienste thematisiert. Grundlage des Vorgangs war die Einschätzung der FTC zum Umgang mit Nutzerdaten und den dazu gemachten Angaben.
Konsequenzen des FTC-Vergleichs
Im Rahmen eines Vergleichs mit der FTC erklärte sich BetterHelp nach Angaben der Behörde zu einer Zahlung in Höhe von 7,8 Millionen US-Dollar bereit. Der Vergleich sah zudem Auflagen zum künftigen Umgang mit Gesundheitsdaten vor.
BetterHelp selbst betont, dass die Einigung kein Schuldeingeständnis darstellt. Das Unternehmen verteidigte sich damit, dass es gesetzlich zur Aufbewahrung bestimmter Daten verpflichtet sei – etwa im Rahmen der US-Gesundheitsvorschriften.
Was bedeutet das für Nutzer in Deutschland?
Das FTC-Verfahren bezieht sich auf den US-Markt. Allgemein stellt sich bei internationalen Plattformen die Frage, wie mit sensiblen Daten umgegangen wird. In Deutschland und der EU gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die Anforderungen an den Umgang mit Gesundheitsdaten festlegt. Nutzerinnen und Nutzer können sich für konkrete Angaben zum Datenschutz direkt an die jeweiligen Datenschutzhinweise des Anbieters wenden.
Fakt ist: Viele Anbieter von Online-Therapie agieren weltweit, hosten ihre Daten jedoch oft in den USA oder unterliegen US-amerikanischem Recht. Das bedeutet auch für deutsche Nutzer ein gewisses Risiko, wenn es um Datenschutz und Datenweitergabe geht.
Was können Nutzer tun?
Wer Online-Therapie in Anspruch nehmen möchte, sollte sich vor der Registrierung über folgende Punkte informieren:
- Wo werden meine Daten gespeichert?
- Welche Daten werden erhoben und mit wem geteilt?
- Gibt es transparente Datenschutzerklärungen in deutscher Sprache?
- Gibt es Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland oder der EU?
Fazit
BetterHelp hat den Markt für digitale psychologische Unterstützung mitgeprägt und vielen Menschen Zugang zu Hilfe ermöglicht. Das FTC-Verfahren von 2023 zeigt zugleich, dass es sinnvoll ist, sich bei der Wahl einer Online-Therapieplattform mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen. Ein sorgfältiger Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten ist gerade bei Themen wie psychischer Gesundheit ein wichtiger Aspekt.